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Erstellen eines Ausbildungsplans

Kundenaufträge sind oft zeitlich begrenzte, überschaubare Projekte, die sich selten über mehr als ein halbes oder ganzes Jahr ziehen. Daher scheint es zunächst schwierig, den Auszubildenden, v.a. wenn er erst am Beginn seiner Ausbildung steht, einzubinden bzw. konkrete Aufgaben zu geben, mit denen die Grundlagen

geübt und Schritt für Schritt erlernt werden können.

Gelöst kann dieses Problem werden, wenn Ausbilder und Auszubildender zusammenarbeiten. Für den Auszubildenden bedeutet dies konkret, dass er die Aufgabe erhält, seinen Ausbildungsplan für das erste halbe Jahr selbst zusammenzustellen.

Beispiel: Erste Aufgabe für den Auszubildenden
"Erstelle deinen Ausbildungsplan für das erste halbe Jahr, und mache dich in der Firma kundig, in welcher Abteilung, mit welchem Team oder bei welchem Ausbilder du die entsprechenden Inhalte wann – zu welchem Termin – vermittelt bekommst! Dies ist schriftlich zu formulieren bzw. zu dokumentieren und deinem Ausbilder bis zum [Datum] vorzulegen und mit ihm abzuklären."

Natürlich muss der Ausbilder selbst die Ausbildungsverordnung und deren Inhalte kennen – dies kann nicht durch diese Aufgabe für den Auszubildenden ersetzt werden! Doch gerade diese Aufgabe stellt eine Chance dar, dass der Auszubildende selbst Eigenverantwortung und eine genauere Kenntnis über seine eigene Ausbildung erlangt. Dafür muss er seine Ausbildungsverordnung kennen lernen und wesentliche Aspekte herausfinden, diese verschriftlichen und schließlich auf die Verhältnisse in seinem Ausbildungsbetrieb angleichen, wodurch er die Ausbildungsfirma, ihre Möglichkeiten, Projektteams (sofern vorhanden) oder fachlich zuständige Personen kennen lernt.

Handlungskompetenz und Projektmanagement
Der Auszubildende muss sich überlegen, wie er erfährt, wer oder welche Teams im Betrieb welche Aufgaben erfüllen. Er sollte sich einen Plan machen, wie er vorgeht, diese Inhalte zu erkunden. Er sollte Termine mit den einzelnen Personen, Teams oder Abteilungen vereinbaren, zu denen er sich mit ihnen treffen und die Inhalte, die er zu erstellen hat, erfahren kann. Bereits auf diese Weise lernt er die Firma sowie die zeitlichen Abläufe bzw. den Gang eines Kundenauftrages kennen. Diese Kenntnisse soll er nun mit der Ausbildungsverordnung in Verbindung bringen: Welche Person/Abteilung macht was? – Welchem Ausbildungsinhalt entspricht deren Tätigkeit in meiner Ausbildung?

Erstellen einer Dokumentation
Nachdem er die Inhalte erarbeitet hat, gilt es, die schriftlich fixierten Erkenntnisse in eine kleine Dokumentation umzuwandeln. Hier sollte gerade zu Beginn der Ausbildung keine technisch ausgereifte Umsetzung erwartet werden. Eine saubere handschriftliche Dokumentation ist ausreichend und kann von Mal zu Mal darstellungstechnisch verbessert werden.

Präsentation
Schließlich soll der Auszubildende die Dokumentation seiner Aufgabe seinem Ausbilder oder in einer nächsten Teambesprechung im Team präsentieren und erläutern. Der Ausbilder bzw. das Team sollte die Dokumentation konstruktiv ergänzen und Empfehlungen geben, wie die Ausbildung optimiert werden kann.

Die Inhalte können und sollen entsprechend dem steigenden Kenntnisstand des Auszubildenden zunehmen. Indem er selbst kleine Projekte ausführt und nicht nur für allgemeine Aufgaben im Betrieb zuständig ist, lernt der Auszubildende von Beginn seiner Ausbildung die wesentlichen Grundlagen des Projektmanagements.

Für die Erarbeitung und Erstellung der Dokumentation muss dem Auszubildenden entsprechend Zeit eingeräumt werden. Doch auch hier sollte der Auszubildende mehr und mehr selbst abschätzen, wie viel Zeit er benötigt. Schließlich gehört auch dies zur Bearbeitung, kostenmäßigen Planung und Projektierung eines Kundenauftrages, nur dass dies nun eine interne Aufgabe ist. Ergänzend finden natürlich auch die technischen Ausbildungsinhalte statt.

Gehen Sie analog bei der Planung weiterer Aufgaben für den Auszubildenden vor. Die Weiterführung der Ausbildung sollte die oben beschriebene Vorgehensweise anwenden. Bis zum dritten Lehrjahr sollte der Auszubildende in der Lage sein, z.B. einen Kundenauftrag anzunehmen und diesen projektförmig entsprechend dem Firmenprofil, den vorhandenen Kompetenzen, Abteilungen oder Fachkräften zu planen, zu dokumentieren und schließlich in der Firma zu präsentieren.

Werden diese Kompetenzen von Anfang an in dieser Weise geschult, müssen sie zur Prüfung, in der eine Dokumentation und Präsentation verlangt werden, nicht mehr extra erlernt werden.

Noch immer ist es oftmals so, dass die meisten Auszubildenden bis zum Zeitpunkt der Prüfung keine Präsentation oder Dokumentation erstellen mussten!

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