Fotoelement Atmo
Logos: Ausbildernetz plus, bfz, f-bb
Logo: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Themennavigation öffnenThemennavigation
Ausbildung in ausgewählten Branchen > Ausbilden in industriellen Metallberufen > Häufig gestellte Fragen - FAQ > Fragen zur betrieblichen Ausbildung

Fragen zur betrieblichen Ausbildung

Wie wirkt sich die Neuordnung 2004 / 2007 für die Ausbilder aus?
Vorrangiges Ziel der Ausbildung ist der Einsatz der Auszubildenden an den in der betrieblichen Praxis genutzten Technologien, wobei in Zukunft noch mehr Wert auf eine ganzheitliche Vorgehensweise gelegt werden soll.

Die Vermittlung der gewünschten prozessrelevanten Qualifikationen wie Kundenorientierung, Teamfähigkeit, Flexibilität und Qualitätsbewusstsein erfordert neue Vermittlungsmethoden. Die Methode des "Vormachens" und "Nachmachens" ist nicht mehr in jedem Fall auf der Höhe der Zeit, da die künftigen Facharbeiter vor allem lernen sollen, selbstständig Lösungen zu entwickeln. Zielführender hierfür ist es, wenn möglichst viele Ausbildungsinhalte in den betrieblichen Ablauf integriert werden, wobei die Ausbilder zum Coach der Auszubildenden werden, indem sie sie zu eigenen Lösungen betrieblicher Aufgaben ermutigen und ihnen dabei beratend zur Seite stehen. Hierzu ist es notwendig, entsprechende Einsatzgebiete innerhalb der Geschäftsprozesse zu identifizieren und die Versetzung der Auszubildenden zusammen mit den Fachabteilungen zu planen. Ist ein Einsatz im Geschäftsprozess nicht möglich, sollte durch entsprechende Projektfindung und -gestaltung versucht werden, ein möglichst praxisnahes Arbeiten und Lernen und somit die geforderte ganzheitliche Handlung zu gewährleisten. Die für das Training on the Job nötigen Grundlagen werden nach wie vor in der Lehrwerkstatt vermittelt – auch dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen Voraussetzung. Die Ausbildung in der Lehrwerkstatt wird, wo es sinnvoll ist, eng mit den Geschäftsprozessen verknüpft, indem z. B. Aufträge in die Ausbildungswerkstatt geholt werden. Eine wichtige Aufgabe der Ausbilder ist auch die Abstimmung der betrieblichen Zeitrahmen mit den Lernfeldern der Berufsschule.

Welche Aufgaben haben die Ausbilder?
Um möglichst viel Ausbildungsinhalte direkt in den Geschäftsprozessen vermitteln zu können, muss das Ausbildungspersonal sehr eng mit den Fachabteilungen zusammenarbeiten und die Ausbildung mit ihnen koordinieren. Ausbilder werden so zu Organisatoren und stellen durch Qualitätskontrollen der Ausbildungsleistungen in den Abteilungen den Ausbildungserfolg sicher. Sie entwerfen Pflichtenhefte und stimmen sie mit dem Tagesgeschäft ab. Sie coachen den Lernprozess der Auszubildenden und unterstützen sie bei der Qualifizierung. Sie kooperieren mit den schulischen Ausbildern, um die betrieblichen Zeitrahmen mit den Lernfeldern der Berufsschule möglichst optimal abzustimmen.

Welche Aufgaben übernehmen die Ausbilder in den Prüfungsausschüssen?
Ausbilder wirken in den Prüfungsausschüssen mit an der Entscheidung, welche der beantragten "betrieblichen Aufträge" für die gestreckte Abschlussprüfung Teil 2 genehmigt werden und bestimmen somit auch über das erforderliche Niveau der betrieblichen Aufträge. Während der Prüfung beurteilen die Ausbilder die prozessrelevanten Qualifikationen des Prüflings anhand eines 30minütigen Fachgesprächs. Da die praktische Prüfung in unterschiedlichen Einsatzgebieten durchgeführt wird, ist eine Spezialisierung der Mitglieder des Prüfungsausschusses anzuraten.

Welche Ausbildungsmethode ist die beste?
Idealerweise findet die Ausbildung im betrieblichen Prozess statt. Dies ist jedoch nicht immer möglich, oft werden stattdessen die Grundlagen in praxisnahen und ganzheitlichen Projektarbeiten in den Ausbildungswerkstätten vermittelt, und nur die Vertiefung und Spezialisierung in einem bestimmten Einsatzgebiet findet direkt im Geschäftsprozess statt. Eine allgemein gültige "beste Ausbildungsmethode" gibt es nicht, da in jedem Unternehmen andere Bedingungen berücksichtigt werden müssen. Es sollte jedoch versucht werden, nur so viel Ausbildung wie nötig in der Lehrwerkstatt durchzuführen und so viel Ausbildung wie möglich direkt in den betrieblichen Abläufen zu organisieren.

Welche Einsatzgebiete gibt es?
Die Ausbildungsverordnungen beschreiben Einsatzgebiete für die verschiedenen Berufe. Jedes Unternehmen kann nach Bedarf jedoch auch eigene Einsatzgebiete bei der zuständigen Stelle beantragen, wenn sich die berufstypischen Ausbildungsinhalte in diesen Einsatzgebieten abbilden und ausbilden lassen.

Bis wann muss das Einsatzgebiet festgelegt werden?
Die Spezialisierung findet in mindestens einem Einsatzgebiet statt und muss der Kammer spätestens bei der Anmeldung zum zweiten Teil der Abschlussprüfung mitgeteilt werden.

Wer entscheidet über das Einsatzgebiet?
Das Einsatzgebiet für den Auszubildenden wird vom ausbildenden Unternehmen festgelegt. Die Entscheidung muss dem Auszubildenden und der zuständigen Kammer spätestens bei der Anmeldung zum zweiten Teil der Abschlussprüfung mitgeteilt werden. Soweit es die spezifischen Geschäftsprozesse erlauben, können die persönlichen Interessen und Fähigkeiten der Auszubildenden bei der Wahl des Einsatzgebiets berücksichtigt werden.

Werden die Einsatzgebiete in den Berufsschulen berücksichtigt?
Für die Vermittlung von Spezialwissen in Bezug auf die betrieblichen Einsatzgebiete ist das Unternehmen zuständig. Die Berufsschule widmet sich in der Regel den berufsspezifischen Fachqualifikationen im Sinne von Querschnittsqualifikationen. Dabei ist es möglich, den Berufsschulunterricht zwischen Unternehmen und Schule abzustimmen und Schwerpunkte zu setzen. Auch eine Zusammenfassung gleicher oder ähnlicher Einsatzgebiete in den entsprechenden Jahrgangsstufen ist sinnvoll und kann entsprechend den Möglichkeiten der Schulen stattfinden.

Wie kommen die Einsatzgebiete in den Prüfungen vor?
Die Einsatzgebiete sind Gegenstand der praktischen Prüfung des zweiten Teils der Abschlussprüfung.

Wie beantrage ich ein eigenes Einsatzgebiet?
Ein eigenes Einsatzgebiet muss bei der zuständigen Kammer beantragt werden, das hierfür nötige Formular ist dort auch erhältlich.