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Prüfungswesen > Neue Prüfungskultur – neue Ausbildungskultur > Was verändert sich in der betrieblichen Ausbildung? > Neue Anforderungen an Ausbildungsverantwortliche

Neue Anforderungen an Ausbildungsverantwortliche

Paradigmenwechsel in der Ausbildung hin zu einer Prozessorientierung

Die neue Prüfungs- und Ausbildungskultur sowie der damit einhergehende Paradigmenwechsel in der Ausbildung hin zu einer Prozessorientierung verändern die Arbeit der Ausbildungsverantwortlichen grundlegend. Die Ausbildungsverantwortlichen müssen die Auszubildenden dabei unterstützen, ihren Beruf und ihre Tätigkeit im Betrieb in seiner Ganzheit zu verstehen und Prozesse - z.B. in Form von Aufträgen und Projekten – selbständig durchzuführen. Im Rahmen der neuen Ausbildungen geht es um die Förderung des prozessorientierten, exemplarischen Lernens durch die Ausbilder. Die Vermittlung der folgenden Kompetenzen in der Ausbildung ist besonders bedeutsam:

Neue Aufgaben des Ausbildungspersonals

Um diese Kompetenzen zu erwerben, lernen die Auszubildenden möglichst direkt am Arbeitsplatz in den Fachabteilungen. Die Prüfung ist ein Stück Arbeitsalltag. Die Aufgaben des Ausbildungspersonals verändern sich grundlegend. Das trifft auf die Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen zu, aber insbesondere auf große Unternehmen mit einer ausgelagerten Ausbildung. Früher sollten die Ausbilder den Auszubildenden im geschützten Raum der Lehrwerkstatt fachliches Grundwissen vermitteln. Die Auszubildenden sollten für ihren Einsatz in den Fachabteilungen gut gerüstet sein. Die Ausbildungsabteilung war Dienstleister für die Fachabteilungen. Zwischen Ausbildern und Auszubildenden bestand ein Lehrer-Schüler-Verhältnis und die gesamte Prüfungsvorbereitung war allein Sache der Ausbilder. Heute dagegen wird der Ausbilder zum Manager der Ausbildung und zum Coach für die Auszubildenden. Damit ein Großteil der Ausbildung einschließlich der Prüfung direkt in den Arbeitsprozessen stattfinden kann, plant, organisiert und moderiert der Ausbilder die Ausbildung in Abstimmung mit den Fachabteilungen. Die Ausbilder sind in den Fachabteilungen präsent. Sie steuern die Ausbildung vor Ort im Betrieb, indem sie die ausbildenden Fachkräfte und die Auszubildenden beraten und unterstützen.

Kooperation mit den Fachabteilungen

Im Interesse der Auszubildenden und des Betriebes arbeiten Ausbilder und ausbildende Fachkräfte bei der Vorbereitung und Durchführung der Prüfung Hand in Hand. So bringen die Fachkräfte in den einzelnen Abteilungen als nebenamtliche Ausbilder ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen aus dem betrieblichen Alltag bei der Auswahl eines geeigneten Themas für betriebliche Aufträge ein: Sie wissen, welche Aufgaben in der Abteilung anstehen und wo ein Mehrwert fürs Unternehmen liegt. Sie können Umfang und Anspruch der Praxisaufgaben am besten einschätzen. Die hauptamtlichen Ausbilder wiederum informieren und beraten die Fachabteilungen hinsichtlich der Vorgaben der Kammern und übernehmen das gesamte Antrags- und Genehmigungsverfahren zur Prüfung. Gemeinsam unterstützten sie die Auszubildenden bei der Durchführung des Betrieblichen Auftrags. Die ausbildenden Fachkräfte weisen die Prüflinge am Arbeitsplatz ein und stellen sicher, dass die Prüfung in der vorgegebenen Zeit durchgeführt wird. Die Ausbilder sind Ansprechpartner in übergreifenden fachlichen Fragen und achten darauf, dass die Prüfung möglichst reibungslos abläuft. Für die ausbildenden Fachkräfte bedeutet ihr Engagement bei den Prüfungen ganz klar einen Mehraufwand, für den sie in der Regel nicht freigestellt werden. Doch die neuen Prüfungsformen bringen auch für die Fachabteilungen Vorteile mit sich, die diese zusätzliche Belastung mehr als aufwiegen: Geeignete Prüfungsaufgaben ergeben sich zum Beispiel oft aus dem Prozess der kontinuierlichen Verbesserung. Was die Auszubildenden hier leisten, kommt dem Arbeitsbereich direkt zugute. Und noch wichtiger: Die Fachabteilungen können den Auszubildenden als künftigen Mitarbeiter und Kollegen kennen lernen.

Tipps, wie die Kooperation mit den Fachabteilungen (Download als DOC-Datei, 75KB) verbessert werden kann, können Sie hier herunterladen.

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