Fotoelement Atmo
Logos: Ausbildernetz plus, bfz, f-bb
Logo: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Themennavigation öffnenThemennavigation
Prüfungswesen > Neue Prüfungskultur – neue Ausbildungskultur > Wie wird geprüft?

Wie wird geprüft?

Es können drei Arten von Prüfungsformen unterschieden werden: das Prüfungsstück, der Betriebliche Auftrag und die Ganzheitliche Aufgabe. Die neuen Prüfungsformen kombinieren bewährte Prüfungsmethoden mit neuen Elementen.

Beim Prüfungsstück erstellt der Prüfling ein Produkt, das für den jeweiligen Beruf typisch ist und für dessen Beurteilung es allgemein geltende Kriterien gibt. Ein Beispiel für ein Prüfungsstück ist das Gesellenstück der Tischler. Hier wird ein praktisches Arbeitsergebnis zum Gegenstand der Prüfung. Die Prüfer geben schriftlich vor, welches Produkt in welcher Art und Weise hergestellt werden soll. Dieser Ansatz wird bei den neuen Prüfungsformen weiter differenziert. Bewertet wird – nicht wie beim Prüfungsstück – nur das Endprodukt, sondern mitunter der gesamte Arbeitsprozess.

Bei der Prüfungsform Betrieblicher Auftrag steht am Anfang ein echter betrieblicher Arbeits- bzw. Kundenauftrag, den der Auszubildende selbständig bearbeitet und dokumentiert. Geprüft wird die Ausführung der Aufgabe und / oder wie der Prüfling vorgegangen ist, von der Arbeitsplanung über die Durchführung bis zur Qualitätskontrolle und Dokumentation. Bewertungsgrundlage kann die Projektdurchführung selbst sein, deren Dokumentation oder die Präsentation bzw. das Fachgespräch. Ziel ist die Erfassung und Beurteilung prozessrelevanter Qualifikationen. Beispiele für diese Prüfungsform sind der Betriebliche Auftrag bei den neu geordneten industriellen Elektroberufen oder die Betriebliche Projektarbeit bei den IT-Berufen.

Der Betriebliche Auftrag zeichnet sich durch ein hohes Maß an Individualität aus. Denn der Auszubildende wählt gemeinsam mit dem Betrieb einen Auftrag bzw. ein Projekt aus, dass der Auszubildende bearbeiten und über das er geprüft werden möchte.

Bei der Prüfungsform Ganzheitliche Aufgabe werden in praxisbezogenen Fällen prototypische Geschäftsprozesse abgebildet. Der Auszubildende soll zeigen, dass er seinen Beruf in seiner Ganzheitlichkeit erfasst und versteht. Er wird mit einem realitätsnahen Arbeitsauftrag konfrontiert, der einen vollständigen beruflichen Handlungsablauf erfordert. Der Auszubildende soll zeigen, dass er für den Berufsalltag typische Problemstellungen analysieren, Zusammenhänge erkennen und praxisgerechte Lösungen entwickeln kann. Bewertet werden die Arbeitsergebnisse und die entwickelten Lösungen.

An Beispielen aus drei Ausbildungsberufen soll der "Geist" der neuen Ausbildungs- und Prüfungskultur verdeutlicht werden.

Wo sind weitere Informationen zu finden?

Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (2007):
Empfehlung für die Regelung von Prüfungsanforderungen in Ausbildungsordnungen. Bonn.

 Ebbinghaus, M. (2004):
Prüfungsformen, Prüfungsmethoden, Prüfungsgebiete und Co. Prüfungsrelevante Begriffe und ihre Bedeutung. In: Cramer, G.; Schmidt, H.; Wittwer, W. (Hrsg.): Ausbilder-Handbuch. Loseblatt-Sammlung. Köln.