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Vor der Ausbildung > Innovation in der Berufsbildung

Innovation in der Berufsbildung

Wie jedes System, das sich über Jahrzehnte bewährt hat, bedarf auch die duale Beraufsausbildung in Deutschland der Reform und Innovation, um seine Leistungsfähigkeit für die Zukunft zu gewährleisten.

Der Charakter von Arbeitsplätzen, an denen Facharbeiter beschäftigt werden, ist seit Jahren einem einschneidenden Wandel unterworfen. Einmal erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten veraltern rasch. Zu den klassischen Anforderungen an Fach- und Methodenkompetenz treten zunehmend Erfordernisse an soziale und personale Kompetenzen.

Auf diese Veränderungen im konkreten Berufsalltag und im Berufsbild muss die Ausbildung reagieren, wenn sie den wirtschaftlichen Bedarfen weiterhin entsprechen möchte. Eine zeitgemäße Berufsausbildung fokussiert daher auf die Ziele

Zu diesem Themenfeld vermerkt bereits der Berufsbildungsbericht 2005:
"Entsprechend der Prozessorganisation der Betriebe orientieren sich auch Ausbildungsberufe, Ausbildungsinhalte und Qualifikationserwerb nicht mehr an abstrakten Technikfeldern, sondern anhand der im Betrieb durchzuführenden Arbeits- und Geschäftsprozesse." (S. 156)

Der Berufsbildungsbericht 2008 betont erneut die "Orientierung an einem umfassenden Kompetenzverständnis. Handlungskompetenz wird verstanden als die Bereitschaft und Fähigkeit des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Fachkompetenz, Personalkompetenz und Sozialkompetenz." (S. 134)

Grafik: Berufliche Handlungsfähigkeit
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.):: Ausbildungsordnungen und wie sie entstehen. Bonn 2006

Für die tatsächliche Ausübung der erworbenen Handlungskompetenz in einem grenzoffenen Wettbewerbermarkt gewinnt deren internationale Anerkennung zunehmend an Bedeutung. Deutsche Bildungsexperten sind sich weitgehend darin einig, dass die deutsche Facharbeiterausbildung im Rahmen des kommenden Leistungspunktesystems auf europäischer Ebene (ECVET) unter Wert gehandelt wird. Auch in diese Richtung hin besteht Korrektur- und Innovationsbedarf.

Ein drittes Moment von Innovation, ergänzend zu den Ausbildungsinhalten und deren internationalen Anerkennung, bildet die Systematik der Ausbildung. Die Ausbildung in Deutschland ist durch ein "Alles oder Nichts"-Prinzip geprägt: Abschlussprüfung bestanden, JA oder NEIN. Die bildungspolitischen Bestrebungen gehen dahin, dieses eher starre Modell durch Flexibilität durch Modularisierung zu ergänzen. Teilqualifizierungen sollen dokumentiert und zertifiziert werden, um sie für weitere Ausbildungsschritte in einem Beruf oder in einer Berufsgruppe anrechenbar zu machen. Als Konsequenz davon wird sich auch der Übergang zwischen Aus- und Weiterbildung, im Sinne eines lebenslangen Lernens, bruchloser darstellen, als dies bisher der Fall ist. In der weiteren Perspektive soll dadurch die Durchlässigkeit zwischen der dualen Ausbildung hin zu tertiären Bildungswegen (Hochschule, Fachhochschule) erhöht werden.

Dieser Abschnitt informiert Sie über

Wo sind weitere Informationen zu finden?

Bundesministerium für Bildung und Forschung:
10 Leitlinien zur Modernisierung der beruflichen Bildung als Download. Bonn, Berlin 2007
Euler, D.; Severing, E.:
Flexible Ausbildungswege in der Berufsbildung als Download. Nürnberg, St. Gallen 2006
Fietz G., Reglin T., Le Mouillour I.: 
ECVET. Einführung eines Leistungspunktesystems für die Berufsbildung. Bielefeld 2008www.f-bb.de