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Konfliktlösungsstrategien

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und Formen, mit Konflikten umzugehen. Entscheidend sind dabei zwei Dimensionen. Orientiere ich mich an meinen Bedürfnissen und Wünschen - oder orientiere ich mich mehr an den Bedürfnissen und Zielen der Gegenpartei?

Im Umgang mit Konflikten gibt es verschiedene Muster:

Rückzug
Man geht dem Konflikt aus dem Weg und hofft, dass "sich das schon irgendwie regeln wird". Sicherlich, nicht jeder Konflikt muss sofort mit aller Kraft angegangen werde. Manche Konflikte sollte man auch erst einmal ruhen lassen vielleicht, vielleicht regeln sie sich in der Tat von selbst oder geraten in Vergessenheit. Man muss nicht immer mit "Kanonen auf Spatzen schießen".

Allerdings sollten man auch nicht, wie der Vogel Strauß, "den Kopf in den Sand stecken". Denn als generelles Muster im Umgang mit Konflikten ist die Strategie des Rückzugs fatal. Der Konflikt wird nicht behoben, sondern schwelt untergründig weiter fort. Ein neues Ausbrechen des Konflikts ist da schon vorprogrammiert.

Nachgeben und Durchsetzen
Nachgeben und Durchsetzen sind die beiden traditionellen Formen der Konfliktlösung in unserem Kulturkreis. Die eine Strategie ist die Kehrseite der anderen. Typisch für diese Form der Auseinandersetzung ist die Überzeugung, dass es bei einem Konflikt "Gewinner" und "Verlierer" geben muss. Die Situation wird als eine Art "Boxkampf" wahrgenommen, den ich gewinnen muss. Hier geht es um bewusste Konfrontation, um Einstecken und Austeilen, und am Ende verlässt einer siegreich die Arena, während der andere "geschlagen" in seiner Ecke sitzt.

Kompromiss
Die Strategie, Kompromisse zu schließen, ist im Gegensatz zu "Nachgeben und durchsetzen" von mehr Toleranz gegenüber den Wünschen des anderen geprägt. Hier geht es um Verhandlungen und darum, innerhalb eines abgesteckten Rahmens einen Kompromiss zu erarbeiten. Wie beim Rückzug oder Boxkampf bleibt aber die Ursache des Konflikts weiter bestehen. Der Konflikt wird nur verschoben.

Ein typisches Beispiel für einen Kompromiss ist, wenn der Ehemann in die Berge fahren möchte, die Ehefrau dagegen eher das Meer bevorzugt und sie sich dann beide auf den Gardasee als Reiseziel einigen. Kompromisse müssen keinesfalls immer "schlecht" sein und vielleicht gefällt es ja auch beiden am Gardasee. Es kann aber auch gut sein, dass sie sich im Urlaub streiten und dabei Sätze fallen lassen wie "Du wolltest doch hierher!", "Ach wäre es jetzt am Meer schön!", "Das sind doch hier keine Berge, höchstens Hügel!".

Kooperation
Bei der kooperativen Konfliktbewältigung geht es nicht um "Schuld", "Recht haben" oder "gewinnen", sondern um das gemeinsame Bearbeiten und Lösen eines Problems. Kooperation ist lösungsorientiert, nicht vergangenheitsorientiert, das heißt, die Konfliktpartner treten sich nicht wie zwei Gegner gegenüber, sondern erarbeiten zusammen Lösungsmöglichkeiten. Kennzeichnend für ein solches Vorgehen sind Fragen wie:

Ein Überblick über diese Strategien steht zum Download bereit (Download als DOC-Datei, 252KB).