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Während der Ausbildung > Ausbildung von beeinträchtigten Jugendlichen > Lernbezogene Beeinträchtigungen
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Lösungsansatz 3: Konfliktmanagement

Probleme mit Auszubildenden gehören zur Realität eines jeden betrieblichen Ausbilders. Deshalb kann die Ankündigung nicht überraschen, dass man sich bei beeinträchtigten Jugendlichen ebenfalls auf Konflikte einstellen muss.

Themenübersicht:

Erhöhtes Konfliktpotential bei beeinträchtigten Jugendlichen

Die Differenz zu nicht beeinträchtigten Auszubildenden liegt in der Häufigkeit der Konflikte und der Schärfe, die sie annehmen können. Das rührt daher, dass beeinträchtigte Jugendliche oft ein geringes bzw. labiles Selbstwertgefühl haben und deshalb mit Kritik – auch wenn sie inhaltlich gerechtfertigt ist und sachlich vorgetragen wird – nicht umgehen können. Sie nehmen Kritik schnell persönlich, sehen sich als Person angegriffen und nicht respektiert. Dies insbesondere dann, wenn sie vor anderen – Kollegen oder Mit-Azubis – kritisiert werden. Sie sehen sich bloß gestellt und fürchten, den Respekt der anderen zu verlieren. Daher die häufig heftige Reaktion. Da die anderen Azubis ähnliche Gefühlsstrukturen aufweisen, kann es zur Solidarisierung gegen den Ausbilder kommen …

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Vorbeugen und Umgehen mit Konflikten

Da Konflikte immer aus spezifischen Konstellationen im Betrieb, im Verhältnis Ausbilder – Auszubildende und in der Gruppe der Auszubildenden entstehen, lassen sich allgemein gültige und konkrete Vorgehensweisen zur Konfliktlösung nur schwer formulieren. Ein Ausbilder sollte sich klar machen, dass Konfliktbewältigung zu der von ihm geforderten Kompetenz gehört (vgl. Ruschel 2008). Auf der Basis dieser Einstellung wird es ihm gelingen, seine Ausbilderkompetenz zu stärken, indem er lernt,

Ein Konflikt vermeidendes Umfeld schaffen, heißt: für ein Umgangsklima sorgen, in dem es einem Auszubildenden leicht fällt, seine Anliegen vorzubringen, auch "dumme" Fragen zu stellen und Fehler einzugestehen. Das verlangt, dass der Ausbilder dieses offene Klima vorlebt und es erfordert regelmäßige Runden mit Einzel- und Gruppengesprächen. Weiter gehören dazu die Darstellung der Interessenslage anderer Beteiligter ("Perspektivenwechsel") in einem konfliktträchtigen Prozess, präzise Absprachen über Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten und die Vereinbarung von wechselnder Zusammenarbeit (innerhalb der Auszubildenden, zwischen Auszubildenden und Abteilungsmitarbeitern) sowie gemeinsame Aktionen, die Kennenlernen und gegenseitiges Verständnis fördern. Genauso wichtig wie das offene Gesprächsklima ist aber, dass die Jugendlichen durch Arbeits- und Lernerfolge in ihrem Selbstvertrauen gestärkt werden. Dies verlangt vom Ausbilder, dass er die Jugendlichen nicht mit Zielen konfrontiert, die für ihr aktuelles Leistungsvermögen noch zu anspruchsvoll sind.

Grafik: Konflikte vermeiden

Wenn trotz aller Vorkehrungen sich ein Konflikt nicht vermeiden lässt, sollte der Ausbilder in einem persönlichen Gespräch versuchen, die Beweggründe des Jugendlichen zu erfahren und ihm auf diese Weise signalisieren, dass er ihn ernst nimmt. Er sollte aber ebenso klar machen, dass Verstehen nicht gleich Vergeben ist. Denn bestimmte für alle verbindlichen Regeln und Gebote sind für die Zusammenarbeit und den Erfolg der Ausbildung unverzichtbar.

Wo sind weitere Informationen zu finden?

Küppers, B.: Leuthold, D.; Pütz, H. Handbuch berufliche Aus- und Weiterbildung, Leitfaden für Betriebe, Schulen, Ausbildungsstätten und Hochschulen. München: Vahlen (2001)
Ruschel, A.: Arbeits- und Berufspädagogik für Ausbilder in Handlungsfeldern. Ludwigshafen, Kiehl Verlag (2008)

 

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