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Während der Ausbildung > Ausbildung von beeinträchtigten Jugendlichen > Motivationsbezogene Beeinträchtigungen
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Lösungsansatz 3: Projektmethode

Eine einmalige Aufgabe wird in mehreren Schritten von einem oder mehreren Projektmitarbeiter/n unter gegebenen Umständen mit begrenzten Ressourcen nach einem festgelegten Zeitplan erledigt.

So oder ähnlich könnte man ein Projekt definieren.

Themenübersicht:

Merkmale und Ziele der Projektmethode

Auf der Grundlage der o.g. allgemein gültigen Merkmale eines Projekts kommt es in der Ausbildung von Jugendlichen mit Beeinträchtigungen besonders an auf die Stärkung der Eigenständigkeit im Lernen und Handeln.

Dies wird zum einen dadurch erreicht, dass die Jugendlichen bereits bei der Formulierung der Projektaufgabe eingebunden werden. Sie können damit schon in einem sehr frühen Stadium ihre eigenen Erfahrungen und individuellen Besonderheiten einbringen. Zum anderen ist ein Projekt in seiner Struktur als Vollständige Handlung angelegt. Im Durchlaufen aller sechs Handlungsphasen bei der Abarbeitung der Projektaufgabe erhalten die Auszubildenden somit die Gelegenheit, die strukturell angelegten Verantwortungsräume dieses Modells zu nutzen.

Die Projektaufgabe selbst ist eine reale, berufstypische Arbeitsanforderung – am besten aus dem eigenen Ausbildungsbetrieb. Dadurch haben die Auszubildenden die Möglichkeit, sich direkt an Kollegen um Information und Hilfe zu wenden.

Ein weiterer Punkt, der das Ziel der Selbständigkeit des Lernenden unterstreicht, besteht in der geänderten Rolle des Ausbilders. Er lehrt und belehrt nicht mehr, sondern agiert als Lernbegleiter und Berater, als Unterstützer und Moderator. So leitet er zur Selbsthilfe an. Das kann auch bedeuten, dass er einem Auszubildenden unrealistische Ziele "ausreden" muss. (Jugendliche mit personenbezogenen Beeinträchtigungen, die häufig keine adäquate Einschätzung ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten haben, muten sich auch mal zu viel zu.)

Die Projektarbeit als Methode verfolgt demnach zwei Ziele: die Vermittlung und Festigung von Fachwissen und das Einüben von Schlüsselqualifikationen:

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Vorgehensweise in der Projektmethode

Gemäß den Zielen, die mit der Projektmethode verfolgt werden, muss die Projektaufgabe die folgenden Kriterien erfüllen:

Zur Orientierung der Ausbilder in der Vorbereitung der Arbeit mit der Projektmethode dienen drei Schlüsselfragen:

Was?

Aufgabenstellung:

  • Die Teilnehmer sollen einen komplexen Gegenstand bearbeiten (z.B. einen Videofilm zu drehen, "Unser Betrieb", der beim nächsten "Tag der offenen Tür" gezeigt wird).
Wofür?

Lernziele:

  • Entwicklung und Vertiefung von Verhaltensweisen (z.B. Kommunikationsfähigkeit, Kompromissfähigkeit, Teamfähigkeit)
  • Anwendung von Gelerntem (z.B. Struktur des Betriebes, Funktion der Fachabteilungen, Kunden und Märkte des Betriebes)
  • Verbesserung der Zusammenarbeit (vor allem zwischen Auszubildenden aber auch mit den Kollegen in den Fachabteilungen)
Wie?

Vorgehen/Methoden:

  • Teilnehmer für die Aufgabe gewinnen, die Aufgabe mit ihnen abstimmen
  • Teilnehmer sollen selbständig arbeiten
  • Welche Zwischenauswertungen sind nötig und sinnvoll?
  • Wie ist die Endauswertung zu gestalten? (z.B. Wie lässt sich das Ergebnis messen? Welche Qualitätskriterien sind anzuwenden? )
  • Welche Unterstützung ist notwendig und wie kann sie erbracht werden? (z.B. Materialien, Internetzugang, Lernbegleitung durch Kollegen, ältere Azubis, etc.)

Angelehnt an die Struktur der Vollständigen Handlung gliedert sich ein typischer Ablauf im Rahmen eines Projekts in vier Abschnitte. Die folgende tabellarische Darstellung zeigt die Projektabschnitte mit ihren charakteristischen Aktivitäten. Um den Unterschied zu der idealtypischen Struktur des Modells der vollständigen Handlung zu verdeutlichen, haben wir den Projektabschnitten die passenden Phasen der Vollständigen Handlung zugeordnet: Tabelle Ablauf und Struktur gemäß Projektmethode.

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Motivationsfaktor Projektmethode

Kaum eine andere Methode bietet dem Ausbilder so viel Flexibilität um zu erproben, wie viel Selbständigkeit und Verantwortung er einem Jugendlichen antragen kann. Er kann den Auszubildenden langsam an neue und größere Anforderungen heranführen – und immer wieder das Tempo verlangsamen, wenn es denn nötig sein sollte. Und weil nichts mehr motiviert als der Erfolg, ist eine passgenau angewandte Projektmethode das Richtige für motivationsbeeinträchtigte Jugendliche:

Wo sind weitere Informationen zu finden?

Christa Oberth, Beate Zeller, Ursula Krings: Expertise Lernort Betrieb: Berufliche Qualifizierung von benachteiligten Jugendlichen. Methodische Ansätze für Ausbilder und Ausbilderinnen. Bundesinstitut für Berufsausbildung (Hrsg.), Bonn 2006. Expertise Lernort Betrieb als Download unterwww.f-bb.de

 
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