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Während der Ausbildung > Ausbildung von beeinträchtigten Jugendlichen > Motivationsbezogene Beeinträchtigungen

Motivationsbezogene Beeinträchtigungen

Motivation ist ein Schlüsselbegriff bei allen pädagogischen Anstrengungen. Fehlende Motivation deshalb auch eine der häufigsten Erklärungen für das Scheitern einer Lernbemühung. Die Lernpsychologie weiß heute, dass Motiviert-Sein oder Sich-Motivieren-Können nicht allein eine Frage des bewussten Willens ist. Ein motivierter Jugendlicher hat in der Regel schon als Kind eine Lernhaltung entwickeln können, in der Lernen mit guten Gefühlen ver-bunden ist. Nichts beflügelt mehr als Erfolg. Das gilt ganz besonders für Kinder und Jugendliche, die noch nicht oft erfolgreich gewesen sind.

Gefühle haben … einen enormen Einfluss auf jeden Lernvorgang, sodass generell gilt: Negative Gefühle wie Angst, Unlust oder Sorge beeinträchtigen das Einprägen des Lernstoffs. Auch Lernen unter Stress mindert den Erfolg. Hingegen wird der Stoff besonders gut aufgenommen, wenn er mit positiven Gefühlen verbunden wird…
Viel vertrauter sind Situationen, in denen man konkrete Aufgaben mit vergangenen Misserfolgen, allgemeinen Antipathien und sogar Unwohlsein verbindet. Aus einer solchen Gefühlslage heraus findet das erfolgreiche Lösen von Problemen, das Lernen von Problemlösungsprozeduren unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen statt.
Quelle: Zitat nach werner stangls arbeitsblätter, "Lernmotive und Lernmotivation", Zugriff am 27.12.2009)

Nicht unerheblichen Einfluss auf die Herausbildung einer motivierten Lernhaltung haben stabile familiär-soziale Bindungen, worin ein Kind angemessen Anerkennung für seine Leistungen erfährt. Aber nicht zuletzt auch die Schule selbst und die Lernerfahrungen dort, prägen die Lernhaltung von Jugendlichen (vgl. Jarolim, M.Vortrag Lernmotivation im PDF-Format, Zugriff am 27.12.2009).

Aus der Sicht eines Ausbilders jedoch ist nur relevant, dass Jugendliche eine ausreichende Motivation und Leistungsbereitschaft brauchen, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Aus der Praxis ist bekannt, dass Lernschwächen und personenbezogene Beeinträchtigungen in der Regel einhergehen mit mangelndem Antrieb und geringer Leistungsfreude.

Unmotivierte Jugendliche, die ihre Potentiale nicht handelnd entdecken, wissen nicht, was sie können könnten. Sie haben deshalb keine klar umrissene Vorstellung über ihre eigene Person und erleben sich als wenig autonom. Daran krankt auch ihre soziale Einbindung. All diese Faktoren begünstigen den Abbruch der Ausbildung, wodurch sich die negativen Faktoren noch verstärken.

Wo sind weitere Informationen zu finden?

Jarolim, Margit: VortragLernmotivation, veröffentlich von derBayerischen Schulberatung (dort zu finden über Volltextsuche "Motivation", erster Eintrag in Trefferliste am 27.12.2009)

Stangl, Werner: Website Arbeitsblätter "Was Sie schon immer über Psychologie wissen wollten" in werner-stangls-Arbeitsblätter. Dort übersichtliche Aufarbeitung des Themas Motivation. Wie Lernmotive und Lernhaltungen, wie Gefühle und erlernte Verhaltensweisen das Lernen beeinflussen, erläutert W. Stangl unter den Stichworten"Lernmotiv und Lernmotivation". W. Stangl ist Assistenzprofessor am Institut für Psychologie und Pädagogik an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Johannes-Kepler-Universität Linz.

Der Berufsbildungsbericht 2009 der Bundesregierung beleuchtet die Lage am Ausbildungs¬markt sowohl von der volkswirtschaftlichen Seite her wie auch von der individuellen Seite der Ausbildungsplatzssuchenden und –anbietenden her: siehe dort auch den Teil II,Datenreport.