
Wenn das bisher über personenbezogene Beeinträchtigungen Gesagte stimmt, dann leiden diese Jugendlichen darunter, dass ihr Vertrauen in die Fähigkeiten und Kompetenzen der eigenen Person brüchig ist. Sie sehen sich den Anforderungen nicht gewachsen, welchen sie ausgesetzt sind.
Versagensängste gegenüber Leistungsansprüchen – irgendwelcher Art - führen dazu, dass Anforderungen aus dem Weg gegangen wird oder dass sie aggressiv abgewehrt werden. sie werden als Respektlosigkeit, als Missachtung der eigenen Person zurückgewiesen. Durch beide Verhaltensweisen isolieren sich diese Jugendlichen, wodurch das Selbstvertrauen erneut leidet (Kontaktarmut). Es gibt auch die Variante, dass der Bezug zur Realität verloren wird: Flucht in eine Schein- oder Gegenwelt (Internet, esoterische Zirkel, Subkultur, etc.).
Es kommt also in erster Linie darauf an, das Selbstvertrauen der Jugendlichen zu stärken, indem sie erfahren, was in ihnen steckt. Dazu muss der Ausbilder aufmerksam beobachten, damit er Potentiale und Stärken herausfindet, um diese in der weiteren Arbeit mit den Jugendlichen zu fördern. Das bedeutet, dass schon kleine erfolgreiche Schritte gelobt werden sollen, um dem Jugendlichen zu zeigen, dass sich Anstrengung lohnt und er diese Anstrengung leisten kann.
Mit den nachfolgend vorgestellten methodischen Ansätzen ist die Erwartung verknüpft, dass dadurch den Beeinträchtigungen und ihren Folgen, die den Jugendlichen als Person betreffen, entgegengewirkt werden kann. All diese Methoden sind im Betrieb, bei der praktischen Arbeit der Auszubildenden in den Fachabteilungen bzw. in der Lehrlingswerkstatt realisierbar.
Neben den hier vorgestellten innerbetrieblichen Lösungsansätzen kann der Betrieb auf zahlreiche außerbetriebliche Methoden zurückgreifen, die von den Arbeitsagenturen gefördert werden. Dazu zählen ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), Ausbildungsmanagement nach SGB II, § 241a, sowie Mentoring durch externe Lernberater oder auch "Jobcoaches". Hinweise darauf und auf das einschlägige Informationsangebot im Internet finden Sie im Kapitel Weiterführende Informationen.
Den größten Erfolg bei der Arbeit an personenbezogenen Beeinträchtigungen verspricht ein Vorgehen, das nicht nur ein einem oder an wenigen Elementen des sozialen Umfelds des Jugendlichen ansetzt, sondern das alle Instanzen und Personen zusammenführt, die Einfluss auf den Jugendlichen nehmen können. Deshalb sollte der Ausbilder im Betrieb sich als Teil eines Netzwerks verstehen, das geknüpft ist aus Schule, Eltern und Betrieb. Gut vorbereitet ist ein Ausbilder, der die Kooperation in einem Netz schon früh als Teil seiner Qualifikation und Ausbildung betrachtet und deshalb
Herr Riedl und Herr Kornprobst vom Pädagogischen Zentrum Parsberg: "Das Entscheidende ist konsequentes "Dranbleiben", d.h. bei uns, dass wir immer wieder den Gesprächskontakt zu den Auszubildenden suchen. Wir geben aber auch klare Strukturen und Regeln vor – bei Verstößen werden ebenso klare Konsequenzen aufgezeigt. Ein entscheidender Faktor ist auch, die Auszubildenden in ein Netzwerk einzubinden, zu dem sie sich zugehörig fühlen können (Thema Vereinsarbeit)."
Die folgende Gegenüberstellung dient der schnellen Orientierung. Sie zeigt auf der einen Seite personenbezogene Beeinträchtigungen bzw. ihren Äußerungsformen. Auf der anderen Seite finden Sie die Methoden und Lösungsansätze, die den Ausbildern zur Verfügung stehen: Überblick Lösungsansätze-Quickcheck (Download als DOC-Datei, 250KB)
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