Typen von Lern- und Arbeitsaufgaben
Die Auszubildenden lernen an
- (1) Aufgaben in realen Prozessen, d.h. die Aufgaben werden dort bearbeitet,
- (2) Aufgaben aus realen Prozessen, d.h. die Aufgaben stammen von dort, werden aber woanders bearbeitet,
- (3) Aufgaben für reale Prozesse, d.h. die Aufgaben dienen der Vor- bzw. Nachbereitung von realem Prozesshandeln
In die obige Unterscheidung fließen zwei unterschiedliche Maßstäbe ein. Einmal die Lernumgebung: realer Prozess oder nicht, (1) gegen (2). Zum anderen die Charakteristik des Handelns: Arbeiten oder Lernen, (1) gegen (3), "Arbeitsarbeit" gegen "Lernarbeit". Die nachfolgenden Unterscheidungen antworten deshalb auf die folgenden zwei Fragen: In welchem Rahmen, welcher Umgebung wird gehandelt? Und zweitens: Ist das Handeln eher ein Arbeiten oder eher ein Lernen?
Arbeitsgebundenes Lernen
Beim arbeitsgebundenen Lernen sind Lernort und Arbeitsort identisch, das Lernen ist an den Arbeitsplatz gebunden. Man spricht deshalb auch vom arbeitsimmanenten Lernen. Coaching und Lerninseln sind Beispiele hierfür.
Arbeitsgebundenes Lernen
Beim arbeitsgebundenen Lernen sind Lernort und Arbeitsort identisch, das Lernen ist an den Arbeitsplatz gebunden. Man spricht deshalb auch vom arbeitsimmanenten Lernen. Coaching und Lerninseln sind Beispiele hierfür.
Arbeitsorientiertes Lernen
Arbeitsorientiertes Lernen findet in zentralen Bildungseinrichtungen statt, etwa in berufsbildenden Schulen, Bildungszentren oder in einem betriebseigenen Schulungsraum.
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Diese Einteilung setzt an der Lern- und Arbeitsaufgabe an, dem zentralen didaktischen Mittel des arbeitsorientierten Lernens. Sie betrachtet eine Aufgabe dahingehend, in welchem Ausmaß die Aufgabe Elemente des Arbeitens bzw. Lernens enthält:
- Aufgaben mit reinem Arbeitsbezug: Hier steht das Arbeiten im Vordergrund. Gemäß der Struktur der vollständigen Handlung verlangt dieser Aufgabentyp vom Auszubildenden, dass er Arbeitstätigkeiten selbständig plant, sie durchführt und die Ergebnisse prüft und bewertet, z.B. Aufgaben, die den Umgang mit Geräten, Maschinen oder Anlagen betreffen: Lernen in realer Arbeit.
- Aufgaben mit lernorientiertem Arbeitsbezug: Hier geht es um begleitende und vorbe-reitende Aufgaben im Zusammenhang mit der Planung, Durchführung und Auswertung von realen Arbeitstätigkeiten: Lernen für reale Arbeit.
Aufgaben mit Lern- und Arbeitsbezug: Eine didaktisch aufbereitete Arbeitstätigkeit wird selbständig geplant, durchgeführt und kontrolliert. Die Lerntätigkeit wird getragen von der didaktischen Aufbereitung des Arbeitsprozesses. Der Gegenstand und das Ziel des Handelns ist reale Arbeitstätigkeit: Lernen an(hand) realer Arbeit.
- Aufgaben mit arbeitsorientiertem Lernbezug: Das Planen, Durchführen, Kontrollieren und Auswerten von Arbeitstätigkeiten geschieht nicht mehr als reale Tätigkeit, sondern innerhalb des Lernumfelds als Handlungsabstraktion: Lernen an(hand) vorgestellter Arbeit.
- Aufgaben mit reinem Lernbezug: Sie dienen der Aneignung und Vertiefung von Kennt-nissen in den Grundlagen des Fachgebiets. Diese Aufgaben haben vor- bzw. nachbereitenden Charakter: Lernen für Wissen.
Mit dieser Typologie soll nicht erreicht werden, dass jeder Ausbilder seine Lern- und Arbeitsaufgaben exakt in diese Rubriken einordnen kann. Sie will nur zeigen, wie viele Möglichkeiten es gibt, Lern- und Arbeitsaufgaben auf die jeweilige Ausbildungssituation hin auszurichten. Wichtig ist bei Auswahl und Konzeption von Aufgaben, dass Sie
- das Lernziel klar vor Augen haben, wofür die jeweilige Lern- und Arbeitsaufgabe gedacht ist,
- den Leistungsstand der Auszubildenden beachten,
- inhaltlich passenden Aufgaben in eine systematische Sequenz einordnen, um so den Ausbildungsstand gezielt fortzuentwickeln.
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- Zur Typologie der Aufgaben nach dem Charakter des Handelns: Berufsdidaktische Perspektiven der Lern und Arbeitsaufgaben. Pahl J.-P. in Holz, H.; Koch, J.; Schemme, D.; Witzgall, E. (Hrsg.): Lern- und Arbeitsaufgabenkonzepte in Theorie und Praxis, Bielefeld 1998
- Lern- und Arbeitsaufgabenkonzepte in Theorie und Praxis
Hrsg.: Holz, H.; Koch, J.; Schemme, D.; Witzgall, E.Bielefeld 1998
- Es gibt weitere sinnvolle Typisierungen. Sie unterscheiden sich anhand der jeweils einbezogenen und als Maßstab verwendeten Aspekte. Bei der folgenden sind dies: Der Ort des Lernens und wer darüber bestimmt, wie vorgegangen wird: Betriebliches Lernen und Lernkulturen in kleinen und mittleren Unternehmen Systematisierung von Lernformen; Iris Pfeiffer, Christiane Kerlen, Lutz Jäkel, Jan Wessels erschienen in QUEM-Bulletin 4/2005
- Das Konzept der Lern- und Arbeitsaufgaben wird (für den Unterricht in der Berufsschule) ausführlich dargestellt auf der Web-SiteDidaktik beruflichen Lernens
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