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Der thematische Rahmen

Ausbildung mittels Lern- und Arbeitsaufgaben steht im Zentrum der jüngeren berufspädagogischen Konzepte zur Reform der beruflichen Bildung und Ausbildung. Ebenso thematisiert wird dieses didaktische Modell in bildungspolitischen Veröffentlichungen, die sich mit der Modernisierung der Berufsausbildung im dualen System beschäftigen.

Themenübersicht:

Innovation - Arbeitsorientiertes Lernen

Grafik: Alte und Neue Berufe Metallberufe Es ist bei allen maßgeblichen Beteiligten unbestritten, dass die duale berufliche Bildung sich ändern muss, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden. Der Änderungswille stellt sich z.B. dar in den neuen Ausbildungsordnungen für E-lektro- und Metallberufe oder in den ministeriellen "10 Leitlinien zur Modernisierung der beruflichen Bildung". Ziele der Neuausrichtung der beruflichen Bildung sind Praxisbezug, Prozessorientierung und Handlungskompetenz (s. dazu den Abschnitt Innovation in der Berufsbildung).

Am Beispiel der Elektroberufe soll die Struktur der neuen Berufsausbildung anhand eines Zitats verdeutlicht werden: Neuordnung der Elektroberufe (Zitat und Beitrag aus BWP 5/2003; BWP - Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Zeitschrift des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).)

Ein zentrales Lernmodell, um die Ziele zu erreichen, die mit den Neuerungen verfolgt wer-den, wird in dem Begriff des arbeitsorientierten Lernens zusammengefasst. (Gleichbedeu-tende Formulierungen sind: arbeitsplatzorientiertes Lernen, arbeitsprozessorientiertes Lernen. Der häufig verwendete Ausdruck ´Lernen am Arbeitsplatz´ dagegen trifft nur eine bestimmte Ausprägung des arbeitsorientierten Lernens.)

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Arbeitsorientiertes Lernen - Praxisnähe

Das Lernmodell des arbeitsorientierten Lernens verlangt Praxisnähe. Die Auszubildenden beschäftigen sich mit Aufgaben, die realen Arbeitsprozessen entstammen. Dies können abstrahierte branchenbezogene Prozesstypen sein (bei den Kernqualifikationen) oder betriebsspezifische Prozessvarianten (bei den Fachqualifikationen).

Die Ausrichtung der Ausbildungsinhalte an Aufgaben aus betrieblichen Prozessen hebt die herkömmliche Trennung von Theorie und Praxis des dualen Ausbildungssystems auf. Die Abläufe und Prozesse, womit die Auszubildenden sich auseinandersetzen, sind – was die Struktur der Aufgaben anlangt – dieselben wie später in ihrem beruflichen Erwerbsalltag.

Klar ist damit, dass das "klassische" 4-stufige Lehr-Lernverfahren - Unterweisen, Vormachen, Nachmachen, Einüben - nur noch bedingt passt. Ebenso bekommen althergebrachte Lernmaterialien einen neuen Stellenwert: Beide dienen - vorbereitend oder nachbereitend: Sei es, dass mit ihrer Hilfe manuelle oder gedankliche Geläufigkeit hergestellt wird, sei es, dass vorausgesetzte Kenntnisse vermittelt werden oder sei es, dass sie die Einordnung von Erfahrungen oder die Festigung von Hintergrundwissen unterstützen.

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Praxisnähe - Handlungskompetenz

Höhere Praxistauglichkeit und Orientierung an realen Prozessen meint nicht nur die Vermittlung fundierten Fach- und Methodenwissens. Dieses Konzept ist auf umfassende Handlungskompetenz verpflichtet. Damit sind auch die nicht weniger relevanten "Softskills" gemeint, über die ein moderner Arbeitnehmer verfügen sollte. Er sollte ein Verständnis vom übergeordneten Prozess haben, worin sein Arbeitsplatz eingebunden ist. Dieses Verständnis sollte so weit reichen, dass er in problematischen Situationen verantwortungsvoll selbständige Entscheidungen treffen kann. Weiter sollte er mit anderen Prozessbeteiligten auf sachdienliche Weise kommunizieren können und in der Lage sein, die Ergebnisse seiner Arbeit und der anderer zu kontrollieren, zu bewerten und gegebenenfalls Verbesserungen zu planen und durchzuführen.

Zu den verlangten Softskills siehe z.B. § 4, Abschnitt D der Verordnung über die Berufsausbildung zum Industrieelektriker/zur Industrieelektrikerin vom 28.05.2009 (Download als PDF-Datei, 117KB.)

Wo sind weitere Informationen zu finden?

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