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Während der Ausbildung > Ausbilden mit Lern- und Arbeitsaufgaben > Arbeitsaufgaben zu Lernaufgaben machen > Begleiten und Kontrollieren
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8. Schritt: Abschlusspräsentation der Ergebnisse

"Auch bei der Dokumentation der praktischen Ausbildung arbeiten Betrieb und Berufsschule in der dualen Ausbildung Hand in Hand. Der Auszubildende ist verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen.
Diese Ausbildungsnachweise müssen vom Ausbilder im Betrieb unterschrieben und von der Lehrkraft in der Berufsschule kontrolliert werden." (auswww.ausbildungsplatz-finden.de, Duale Ausbildung)

In der herkömmlichen dualen Berufsausbildung wird das Berichtsheft häufig als lästige Pflicht empfunden. Es ist ein Instrument der nachträglichen Kontrolle. Die Adressaten sind Ausbilder und Berufsschullehrer.

Themenübersicht:

Beim Einsatz von Lern- und Arbeitsaufgaben ändert sich der Charakter der Dokumentation.

Bedeutung der Dokumentation durch den Auszubildenden

Sie ist gleichwohl noch ein Instrument der Kontrolle, der Adressat jedoch ist der Auszubildende selbst. Denn die Dokumentation soll seinen Lernweg nachzeichnen, sie soll ihm selbst Auskunft darüber geben, wie er zu welchen Lösungen gekommen ist.

Ein Mittel, die Auseinandersetzung des Auszubildenden mit seiner eigenen Leistung anzuregen und dabei zugleich Dokumentationsmaterial zu erzeugen, zeigt das Beispiel aus der Ausbildungspraxis. Es ist basiert auf einer Kombination von Selbstbeurteilung und Fremdbeurteilung: der Bewertungsbogen für die ausschließliche Selbstbeurteilung des Auszubildenden, das Inbetriebnahmeprotokoll für die Beurteilung der Arbeitsergebnisse sowohl aus Sicht des Auszubildenden wie aus Sicht des Ausbilders.

Beispiel aus der Ausbildungspraxis

Im Rahmen von Lern- und Arbeitsaufgaben werden von den Auszubildenden im Unternehmen Produktteile gefertigt. Nach Abschluss des Auftrages werden die Arbeiten kontrolliert und der Lernerfolg besprochen. Der Ausbilder setzt hierfür zwei Instrumente ein:

Anhand eines Bewertungsbogens kontrolliert und beurteilt zunächst der Auszubildende selbst seine Arbeit. Er soll hier vor allem lernen, seine Fähigkeiten und Kompetenzen einzuschätzen und zu dokumentieren.

Die Qualität der Arbeit wird in einem zweiten Schritt durch ein Inbetriebnahmeprotokoll beurteilt, das sowohl der Auszubildende als auch der Ausbilder ausfüllt. Mit Hilfe des Protokolls werden je nach Auftrag z. B. die Qualität von Betriebsmittelmontage, Leitungsauswahl, -anschluss und -verlegung oder Schaltplänen eingeschätzt. Die beiden Protokolle werden verglichen, Unstimmigkeiten diskutiert und u. U. nötige Nachbesserungen besprochen und festgelegt.

Nach endgültigem Abschluss des Auftrags besprechen der Ausbilder und der Auszubildende gemeinsam die Selbsteinschätzung des Auszubildenden und den Verlauf der Lern- und Arbeitsaufgabe.

Die Zielsetzung und zugleich die Rechtfertigung der Dokumentationsarbeit des Auszubildenden über alle Bearbeitungsphasen gipfeln in einer Präsentation am Ende der Lern- und Arbeitsaufgabe.

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Präsentation der Ergebnisse und des Lernfortschritts

Nach Abschluss der Lern- und Arbeitsaufgabe präsentieren die Auszubildenden ihre Ergebnisse vor einem ausgewählten Kreis, z.B. Kollegen aus beteiligten Fachabteilungen, andere Auszubildende, Vorgesetzte, Lehrer aus der Berufsschule und natürlich der Ausbilder.

Der Abschlusspräsentation kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie ist in hohem Maße verbindlich, denn der Termin ist im Bearbeitungszeitplan der Lern- und Arbeitsaufgabe schon lange vorher festgelegt und sie ist öffentlich.

Die Vorbereitung der Präsentation hat für den Auszubildenden den Charakter einer zusammenfassenden Reflexion auf die vergangene Beschäftigung mit der Lern- und Arbeitsaufgabe. Erfolge aber auch Probleme während der einzelnen Bearbeitungsphasen sollen thematisiert werden. Dem Publikum soll durch die Präsentation klar werden, wie der Auszubildende das Ergebnis zustande gebracht und welche Lernfortschritte er dabei gemacht hat. Des Weiteren verlangt die Form der Präsentation, dass der Auszubildende darüber nachdenkt, welche Botschaft er "rüberbringen" will, auf welche Weise er sein Lösungsverfahren und sein Ergebnis am besten darstellen kann. Er betreibt zum ersten Mal bewusst Marketing in eigener Sache.

Spätestens jetzt, bei der Vorbereitung, erschließt sich dem Lernenden der Sinn einer durchdachten Dokumentation. Wer nur auf eine zusammenhangslose Sammlung fliegender Blätter zurückgreifen kann, tut sich sehr schwer, im Nachhinein eine schlüssige Entwicklung in seinem Lernprozess darzustellen.

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Bedeutung der Dokumentation durch den Ausbilder

Lern- und Arbeitsaufgaben konstituieren auch für den Ausbilder ein neues Interesse an Dokumentation. Wenn er den Einsatz von Lern- und Arbeitsaufgaben künftig verbessern will, ist es sinnvoll festzuhalten, welche Besonderheiten, welche Schwierigkeiten, welcher Korrekturbedarf sich bei der Arbeit mit der aktuellen Aufgabe zeigen. In allen Phasen der Bearbeitung entstehen so wichtige Hinweise, die die Grundlage für die abschließende Bewertung und Weiterentwicklung der Aufgabe bilden.

Einen Vorschlag zur Gestaltung der Ausbilderdokumentation in der Art eines Laufzettels der Lern- und Arbeitsaufgabe finden Sie hier: Laufzettel Lern- und Arbeitsaufgabe (Download, DOC-Datei, 32 KB).

Abschlusspräsentation – kurz und knapp

In der Abschlusspräsentation zieht der Auszubildende öffentlich Bilanz. Die Abschlusspräsentation stellt nicht nur die Ergebnisse vor, sie zeigt auch den Lernfortschritt.

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